Juli 2016: Optimaler Kundennutzen in innovativem Umfeld

Marketing-Club zu Gast im Innovationszentrum Aalen





Durch das Ansteigen der Gesamtkomplexität in der Produktwelt, ist es nahezu unmöglich geworden, jede Funktion und die schlussendlichen Nutzen eines Produkts einsehen zu können. Die beigelieferten Anleitungen gleichen daher immer mehr hundertseitigen Romanen. Wie es trotzdem möglich ist, die Produktnutzen effektiv zu kommunizieren, erläuterte Dr. Oliver Friese dem Marketing-Club, im Rahmen seines Vortrags „Optimaler Kundennutzen“ im Innovationszentrum Aalen. Nach dem Vortrag führte Geschäftsführer und Innovationsmanager, Dr.-Ing. Andreas Erhardt, die Mitglieder des Marketing-Clubs durch den beeindruckenden Neubau und gewährte Einblicke in das Konzept des Innovationszentrums.


Die Komplexität in der Produktwelt steigt unaufhaltsam. Darüber hinaus ändern Updates Funktionen und manchmal sogar das Aussehen einzelner Produkte. Für das menschliche Gehirn wird es daher immer schwieriger, alle Nutzen eines Produkts zu durchschauen. Der Mentale Workload wird zum Problem. Es ist schlichtweg nicht möglich sich alle Informationen zu merken. „Das steigert die Notwendigkeit gehirngerechter Gestaltung der jeweiligen Bedienungsanleitungen“, begann Dr. Oliver Friese, technischer Redakteur bei Airbus Helicopters: „Alles was eine zusätzliche Belastung für den Kunden darstellt, muss wegfallen, um den mentalen Workload zu reduzieren und das Arbeitsgedächtnis zu entlasten“.


Bedienungsanleitung als Marketing-Tool


Es besteht ein klarer Zusammenhang zwischen einer guten Bedienungsanleitung und dem schlussendlichen Produktnutzen: Wenn der Kunde mit der Bedienungsanleitung nicht zurecht kommt, färbt dies auf die Zufriedenheit mit dem Produkt ab. Er erkennt nicht alle Nutzen und hält das Produkt so für minderwertig. Neben der Erhöhung der Kundenzufriedenheit bietet eine Bedienungsanleitung die Chance, sich gegenüber einem Kunden hochwertig zu präsentieren: „Die Einfach- und Korrektheit der Informationen führen zu einer größeren Kundenzufriedenheit. Dabei kann die Ästhetik als Marketing-Tool dienen“, erläuterte Dr. Friese.


On-Screen und Quick Guides


Die verschiedenen Möglichkeiten, die Nutzen eines Produktes trotz der hohen Komplexität zu kommunizieren, stellte der technische Redakteur wie folgt dar: Einerseits gäbe es bei Produkten mit Monitoren die Möglichkeit, eine Bedienungsanleitung On Screen zu positionieren, dies sei vor allem bei Druckern aber auch bei Computern und Smartphones der Fall.
Hier kann der Kunde gezielt nach dem aufgetretenen Problem suchen und muss nicht erst in der Anleitung nachschlagen. Eine weitere Möglichkeit, dem Kunde unnötigen Aufwand zu ersparen, ist die Aufteilung der Informationen in einen Quick Guide (oder Kurzanleitung) und eine vollständige Anleitung: „In der Kurzanleitung ist es für den Kunden möglich, schnell zum Produktnutzen zu kommen. Spezielle Probleme kann er dann in der vollständigen Anleitung nachschlagen“, so Friese.


Komplexität und Zielgruppe bestimmen Anleitungsumfang


Auch Lern- und Nachschlageanleitungen können gewinnbringend sein. Die Entlastung des Arbeitsgedächtnisses geschieht dabei durch Verlagerung der Informationen ins Langzeitgedächtnis. Wichtig sind hier die Hintergrunderläuterung einzelner Schritte sowie die Konkretisierung durch Beispiele, um einen Lerneffekt zu erzielen. Je nach Komplexität und Zielgruppe des Produktes ist es hilfreich, Schulungen für die Funktionsweise der Produkte anzubieten. „Gerade in meinem Alltag mit Helikopterpiloten ist dies logischerweise gang und gäbe“, erklärte der technische Redakteur von Airbus Helicopters. Die Zukunft von Bedienungsanleitungen sieht der Experte vor allem im Virtual- und Augmented Reality-Bereich sowie in der Steuerung über Sprachassistenten.


Zentrum für junge Gründer


Nach dem äußerst informativen Vortrag nutzten einzelne Mitglieder des Marketing-Clubs das Angebot einer Führung durch das Innovationszentrum. Der Geschäftsführer und Innovationsmanager Dr. Andreas Ehrhardt erklärte dabei, dass man hier Studenten der Hochschule Aalen die Möglichkeit gebe, Büroräume für ihre Gründungsideen zu beziehen. Neben dem Austausch mit anderen Start-Up Gründern, profitieren die Jungunternehmer von einem ausgeprägten Beratungsangebot durch Hochschulprofessoren, wissenschaftlichen Mitarbeitern und Unternehmen aus der Region. Für Studenten der Hochschule Aalen sind die Büroräume dabei kostenlos. Mit vergünstigten Mieten für Gründer aus der Region versucht man aber auch, hochschulexterne Start-Ups im Innovationszentrum unterzubringen. Bisher befinden sich über 20 Unternehmen in dem modernen Gebäude. Ziel des Innovationszentrum ist es, als Bindeglied zwischen regionaler Wirtschaft und der Wissenschaft zu fungieren.

 
Events
 
Login
| Stand: 24.05.2017 | © 2007 Marketing-Club-Ostwürttemberg | Druckversion |